Der 25.07.09 war ein Tag der Premieren: Zum ersten Mal wurde im Bereich Liebenau/Steyerberg der LG Nord eine RswP ausgerichtet. Petra Hormann hat sich für ihre erste Sonderleitung im DRC eine sehr vorbereitungsintensive Prüfung ausgesucht: Neben dem “Papierkram” mussten die Richter eingeladen werden und ein Stück Rehwild kurzfristig zur Strecke gebracht werden (Waidmanns Heil, Edgar!). Angemerkt sei an dieser Stelle, dass Günter Hormann und die Unterzeichnende sich noch ein paar Tage zuvor in ihren kühnsten Träumen nicht hätten ausmalen können, einen aufgebrochenen Rehbock jemals wieder ordentlich zu vernähen… Der Prüfungsleiter wurde im Vorfeld in insgesamt drei Revieren herumkutschiert, bis das passende Gelände für vier Prüfungs- und eine Reservefährte mit vergleichbaren Anforderungen gefunden war. Zum ersten Male haben die “Urgesteine” Edgar Wagner (Prüfungsleitung) und Hans-Georg Keimer zusammen gerichtet; Karl Küpke vom JGV Nienburg hat das absolut harmonisierende Richter-Trio komplettiert. Aus Interesse an der Schweissarbeit der Retriever hat die Schweißrichterin Petra Sudhop (JGV Nienburg) nicht nur hospitiert, sondern wurde von den Richtern komplett mit einbezogen. Das Quartett hat es bestens verstanden, die Teilnehmer zu motivieren, die Atmosphäre aufzulockern und durch ihren Humor von der Nervosität abzulenken. Trotz stundenlanger sintflutartiger Regenfälle nach dem Präparieren der Fährten am Vortag und in der Nacht war die Aufgabe, die 1000 m-Übernachtfährte auf Rehwildschweiß (getupft) bis zum Stück zu arbeiten, für drei der vier Teams lösbar. Auf den Fährten selbst war so gut wie nichts mehr für die Menschen erkennbar, hier und da war ein Pirschzeichen auszumachen und selten auch etwas geronnener Schweiß. Was wir Menschen nicht bemerkt haben, haben uns die Hunde durch Verweisen gezeigt. Der Kiefernwald selbst war relativ offen und hell, der Boden mit vielen Wechseln, teilweise mit frischen Fährten versehen, und glücklicherweise gab es viele Heidelbeeren, in denen sich die Witterung gut gehalten hat. Die Wetterverhältnisse könnte man mit einem Mix aus schwül-warmer Gewitterluft mit einem Wechsel aus Sonne und Schauern beschreiben.
Und hier die nächste Premiere: Zum ersten Mal im DRC war auf einer RswP auch die Rasse Curly gemeldet, und das sogar gleich doppelt. Beide Hündinnen zeigten eine souveräne Leistung und bestanden die Prüfung. Ein Chessie, dessen Führerin über Nacht erkrankt war und deshalb nicht teilnehmen konnte, wurde vom Ehemann geführt. Leider war diesem Team, welches zuvor noch keine Schweißfährten gemeinsam gearbeitet hatte, an diesem Tag kein Suchenglück beschert. Der “Quotenlabbi” unter den exotischen Retrievern des Tages hat mit seinem Führer zusammen die Fährtenarbeit überzeugend gemeistert.
Die Ergebnisse:
Suchensiegerin mit RswP I: C/H Ringlets Vinterbris mit Dr. Jennifer Hirschfeld
RswP II: L/R Tailwagger’s Dual Gordon mit Günter Hormann
RswP III: C/H Toakaha Tumanako mit Ilka Lunn
Unser aller Dank für diese rundherum gelungene Prüfung gilt an erster Stelle natürlich unseren Hunden (wir Menschen waren an diesem Tag doch manchmal hinderlich…), der perfekten Sonderleitung, den engagierten und absolut fairen Richtern, dem Wildträger (gleichzeitig Shuttle-Betrieb für die Richter von Fährte zu Fährte) und nicht zuletzt den drei Jagdpächtern, die spontan angeboten hatten, ihre Reviere zur Verfügung zu stellen – das ist sicherlich keine Selbstverständlichkeit!
Ilka Lunn
