Persönlicher Bericht von Stefanie Schlosser

Mondos Geschichte

Diese Email + Fotos hat Marion Oberender von Stefanie Schlosser erhalten. Auch diese Seite eines Hundelebens möchten wir hier gerne zu Wort kommen lassen.

Hallo,
mein Name ist Steffie und nachdem ich Ihre wirklich tolle HP durchgeforstet habe, habe ich mir gedacht, dass Sie mir vielleicht weiterhelfen können! Vor 1 1/2 Jahren begegnete ich den Curlies zum ersten Mal in der Tierarztpraxis wo ich beschäftigt bin und muss gestehen, dass es nicht die Liebe auf den ersten Blick war . Ein Herr kam damals mit seinem Rüden “Mondo” bei uns vorbei, mit dem Anliegen, den Hund einschläfern zu lassen… Mondo war zu diesem Zeitpunkt neun Jahre alt. In einem wirklich guten Zustand war er wahrlich nicht. Abgesehen davon, dass er fast völlig erblindet war, hatte er eine bis auf den Knochen eitrig entzündete Schwanzwurzel und wog bei einem Stockmaß von 72 cm nur 27,3 kg.

Nach einem Gespräch änderte der Herr seine Meinung und ließ Mondo zwar nicht einschläfern, aber wollte ihn auch auf keinen Fall mehr länger behalten. Der Hund gehörte eigentlich ihm und seiner Frau, aber da die beiden sich haben scheiden lassen und er aus dem gemeinsamen Haus in eine kleine Zwei-Zimmer Wohnung umziehen musste, konnte er ihn nicht mehr behalten und seine Frau wollte den Hund ebenso wenig. Trotz der trüben Augen durch die Erblindung hatte ich ständig das Gefühl, dass Mondo mich fixierte! Umrisse und Schatten konnte er auch noch wahrnehmen.
Irgendwas faszinierte mich an diesem Hund. Er strahlte soviel Ruhe und Liebe aus. Kurzer Hand entschloss ich mich Mondo, trotz meiner Arbeitszeiten, mit zu mir nach Hause zu nehmen.

Nachdem meine Chefin mir versicherte, dass er mit zur Arbeit kommen kann, wollte ich ihm das Tierheim mit seinen 9 Jahren ersparen! Am selben Abend noch brachte der Mann mir und meinem Verlobten den Hund. Das einzige was er mitbrachte, waren ein Handvoll Hundebisquits und einen Stahlfutternapf… wir hatten zum Glück nach der Arbeit noch voller Vorfreude Futter, Näpfe, eine Hundedecke, Halsband, Leine und Spielzeug für Mondo gekauft, damit er sich in seiner neuen Umgebung schneller wieder wie zu Hause fühlte. Nach keiner viertel Stunde ging der Herr und Mondo war nun unser eigener Hund, der sich bereits nach einem Tag schon so pudelwohl fühlte, dass er zusammen mit den Katzen im Hundebettchen schlief.

Morgens, sobald wir uns im Bett bewegten, stand Mondo auf und kam zum Bettrand, um seine ersten Streicheleinheiten abzuholen. Nach einer Woche, in der wir versuchten, seine Rute mit Salben und Verbänden zu behandeln, sahen wir schließlich ein, dass das so nichts bringen würde und entschlossen uns dazu, ihn in der Tierklinik bei meinem Verlobten operieren zu lassen! 12 cm mussten aufgrund der schweren Entzündung, die bis auf den Knochen ging, von seiner Rute amputiert werden. Eigentlich hätten wir die ganze Rute abnehmen lassen müssen, aber wie soll denn ein Hund ohne Rute seine Freude, Neugier und auch Angst zeigen? Vor allem gegenüber anderen Hunden, wo Mondo doch sowieso schon fast blind war. Also nahmen wir eine längere Behandlungszeit nach der OP in Kauf. Nach ganzen sechs Wochen konnte Mondo das erste Mal ohne Rutenverband draußen rumtollen und endlich bei uns in Haltern im Silbersee baden gehen. Was waren wir stolz auf unseren Wuffi! Er hörte erstaunlich gut auf uns, dass wir ihn sogar in Gegenden, die ihm bekannt waren, hinterher ohne Leine laufen lassen konnten, und er hatte so viel Spaß daran. Jedes Wochenende verbrachten wir mit ihm am Silbersee und gingen stundenlang spazieren, und selbst als er schon fast elf Jahre war, schaffte er locker mit uns einen 4 Stunden Laufmarsch durch den Wald. Alle waren sie begeistert von Mondo und seiner Rasse. Sowohl bei mir auf der Arbeit war er die Attraktion, wenn er mit in der Anmeldung saß und jeden freudig begrüßte, als auch bei meinem Verlobten Simon, wo man sich in der Mittagspause darum stritt, wer mit Mondo am Rhein spazieren gehen durfte. Mondo mochte alle Hunde als auch unsere Katzen, und selbst mit den beiden Irischen Wolfshunden meiner Mama verstand er sich prächtig!